RUTHOF / ÉRSEKCSANÁD

  • Die Ruthof war Teil eines Wiederaufbauprogramms nach dem Ersten Weltkrieg. Sie wurde in den Jahren 1922/1923 auf der Regensburger Ruthof-Werft gebaut, nach der sie auch benannt wurde. Das Schiff war mit einer schräg liegenden Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit Einspritzkondensation ausgestattet. Die Blätter der Schaufelräder wurden über eine Exzentersteuerung so angelenkt, dass sie immer senkrecht ins Wasser tauchten. Die Kamine konnten für die Durchfahrt unter niedrigen Brücken umgelegt werden.

    Nach der Ablieferung an den Bayerischen Lloyd verkehrte die Ruthof als Zugschiff vor allem auf der unteren und mittleren Donau.

    1932 wurde die ursprüngliche Feuerung von Kohle auf schweres Heizöl umgestellt. Aufgrund des Ölmangels im Zweiten Weltkrieg wurde das Schiff 1942 jedoch wieder auf Kohlefeuerung umgerüstet.

    1944 lief die Ruthof in der Nähe des Ortes Érsekcsanád in Südungarn auf eine Mine und sank. Fünf Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

    1956 wurde das Wrack gehoben. Die ungarische Reederei Mahart ließ das Schiff rekonstruieren. Kessel, Maschinenanlage und Hilfsaggregate waren trotz der 12 Jahre unter Wasser noch voll funktionsfähig. Die Decksaufbauten wurden ergänzt und die Feuerung wiederum auf Öl umgestellt.

    1958 wurde das Schiff unter dem Namen Érsekcsanád wieder in Dienst gestellt und fuhr fortan unter ungarischer Flagge. In den folgenden Jahren kam der Dampfschlepper auch immer wieder nach Regensburg zurück, den Ort seiner Entstehung.

    Einen ihrer letzten Einsätze hatte das Schiff als "Wolgadampfer" im Fernsehmehrteiler Michael Strogoff. Danach wurde das Schiff stillgelegt und sollte verschrottet werden.

    1979 wurde es vom Arbeitskreis Schiffahrtsmuseum Regensburg erworben und zu einem Museumsschiff umgebaut. 1992 fand auf der Hitzler-Werft in Regensburg eine Überholung statt.

  • RUTHOF / ÉRSEKCSANÁD (Baujahr 1922/23)

    Daten Ruthof / Érsekcsanád
    Indienststellung 25. Januar 1923
    Hersteller Ruthof-Werft Regensburg
    Länge 61,55 m
    Breite Rumpf 7,90 m
    max. Breite 16,60 m (über die Radkästen)
    Tiefgang 1,0 m mit 20 t Brennstoffvorrat
    Höhe (Fixpunkt) 6,20 m
    Höhe Kamine 8,00 m
    Leistung 800 PS
    Hochdruckzylinder Ø = 700 mm, 12 bar
    Niederdruckzylinder Ø = 1300 mm, 1,5 bar
    Heizfläche Dampfkessel 314 m²
    Heizfläche Überhitzer 80 m²
    Heißdampf 300 °C, 12 bar
    1923–1931 und 1942–1944 Kohlefeuerung
    Verbrauch: 1000 kg/h bei voller Leistung
    1932–1942 und ab 1958 Ölfeuerung
    Verbrauch: 540 kg/h bei voller Leistung
    Schaufelräder 2 mit je 7 Blättern und Exzentersteuerung
    Umdrehungen 30–40 min−1
    Besatzung 25 Mann
    Reedereien Bayerischer Lloyd (1923–1944)
    Mahart (Ungarn) (1958–1975)
    Außerdienststellung 1975

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Museumsschiff RUTHOF / ÉRSEKCSANÁD

Im folgenden finden Sie einen Überblick über unser Museum. Weitere Informationen finden Sie bei den Exponaten an Bord sowie in unserem Museumsführer.

  • Der Raddampfer RUTHOF wurde 1922/23 in Regensburg bei der Ruthof-Werft für den Bayerischen Lloyd gebaut.
  • Als Zugschiff (Remorkör) hatte er die Aufgabe, Schleppkähne, v.a. auf der mittleren Donau zw. Passau und dem Eisernen Tor, zu ziehen.
  • Die zwei Schaufelräder wurden von einer 800 PS starken Dampfmaschine angetrieben, den Dampf erzeugten zwei Dampfkessel. Die Ankerwinde, die Schleppseilwinden, das Stromaggregat und die "Servolenkung" (Rudermaschine) waren ebenfalls dampfbetrieben. Die RUTHOF war damals ein modernes Schiff.
  • Der Dampfer ist 61,5 m lang und 7,9 m bzw. über die Radkästen 16,6 m breit. Etwa 20 "Mann" (inkl. Köchin) Personal hatte das Schiff, als es mit Kohlefeuerung betrieben wurde.
  • 1932 erfolgte die Umstellung auf Ölfeuerung.
  • 1942 wurde das Schiff wegen Ölmangels zurück auf Kohlefeuerung umgerüstet.
  • Im Juni 1944 lief die RUTHOF in der Nähe der Ortschaft Érsekcsanád in Südungarn auf eine Mine und sank. Nach 12 Jahren ließ die ungarische Schifffahrtsgesellschaft MAHART das Schiff heben und instand setzen, und nahm es 1958 unter dem Namen ÉRSEKC­SA­NÁD wieder in Betrieb.
  • 1973 wurde das Schiff abgestellt und sollte verschrottet werden.
  • Im August 1979 kaufte der ARBEITSKREIS den Dampfer, überführte ihn von Budapest nach Deggendorf und nach den ersten Umbauarbeiten dort dann im November 1980 nach Regensburg.
  • Im März 1984 wurde das Museum auf dem Schiff eröffnet.

RUTHOF / ÉRSEKCSANÁD (Baujahr 1922/23)

Dampfkessel

Im großen Ausstellungsraum unter Deck finden Sie einen Überblick über die Entwicklung der Schifffahrt. Hier waren früher links und rechts von einem schmalen Gang die Kabinen eines Teils des Personals eingebaut.

Vitrine 2: Die Anfänge der Schiffahrt. Begonnen hat die Schiffahrt mit Einbaum und Floß. Schon früh gab es auch die Ruderschifffahrt. Schiffe wie "Kelheimer", "Zillen", "Ulmer Schachteln" trieben frei flußabwärts, wurden durch Ruder am Bug (Gansel) und Heck (Stoir) gesteuert und mit einer Schleifkette gebremst. Flußaufwärts mußten diese Schiffe gezogen (getreidelt) werden.

Vitrine 1: Modell eines solchen Treidelzuges. Ein original Treidelgeschirr für ein Pferd finden Sie in Vitrine 6.

Vitrine 6: Modell eines Schiffbauplatzes für Holzschiffe, sog. Schopperplatz. Der Name kommt von der Technik, mit der die Schiffe abgedichtet wurden. In die Fugen zwischen den Brettern wurde Moos mit einem hammerähnlichen Schöppel hineingeschoppt.

Vitrine 6

Vitrine 3, Detail

Vitrine 3: Modelle von Radzugdampfern auf der Donau: 1829 wurde in Wien die Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft (DDSG) gegründet, 1836 die Königlich Bayerisch-Württembergische Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, 1882 die Süddeutsche Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SD), 1913 der Bayerische Lloyd (BL) in Regensburg.

Vitrine 3

Der nächste Ausstellungsraum befindet sich im ehemaligen Ölbunker. Hier finden Sie ein großes Modell des Dampfers aus der Zeit nach der Ablieferung an den BL. Das Modell wurde von Kpt. Max Klinger gebaut. Er war Besatzungsmitglied der RUTHOF und überlebte das Unglück in Ungarn. Im Tankraum sind die vielen Rohre zu erkennen, die zum Erwärmen des schweren Heizöls (Pacura) dienten, damit es flüssiger wurde.

Im vorderen Kesselraum sind noch die Armaturen mit ungarischer Beschriftung zu sehen.

Als nächstes kommen Sie in den Maschinenraum, die sog. "Herzkammer" des Dampfers. Hier war es sehr laut und sehr heiß. Die typischen Geräusche einer Schiffs-Dampfmaschine können Sie sich vorspielen lassen. Hier war der Platz des Maschinisten. Er bediente die Dampfmaschine, eine Zweizylinder Verbundmaschine mit Einspritzkondensation. Der Dampf strömte über Rohre in einen kleineren Hochdruckzylinder und dann in einen größeren Niederdruckzylinder und trieb so über Kolbenstangen und Pleuel die Schaufelräder an. Die Maschine wurde mit langen Hebeln gesteuert. Über den Maschinentelegraph und das Sprechrohr gab der Kapitän seine Fahrbefehle: "Volle Kraft voraus!" oder "Maschine Halt".

Arbeitsplatz des Maschinisten, Hoch- und Niederdruckzylinder

Museumsschiff RUTHOF / ÉRSEKCSANÁD
Generalpäne

Generalplan des Raddampfers RUTHOF, Bayerischer Lloyd

Generalplan des Raddampfers ÉRSEKCSANÁD, MAHART

FREUDENAU

Während mit dem Raddampfer RUTHOF ein typisches Beispiel für ein Radzugschiff präsentiert wird, wird mit der FREUDENAU ein typisches Motorzugschiff der Donauschifffahrt gezeigt.

Die FREUDENAU wurde 1941 in Linz gebaut und am 30. Mai 1942 bei der DDSG in Dienst gestellt. Das Schiff wurde bereits mit Dieselantrieb ausgestattet. 1966 wurden die ursprünglichen Dieselmotoren durch stärkere Deutz Motoren ersetzt.

Die ersten Verbrennungsmotoren (Glühkopfmotoren, Dieselmotoren) waren auf der Donau in Selbstfahrern (Tankmotorschiffe, Gütermotorschiffe) ab etwa 1910 eingebaut. Erst ab Mitte der 20er Jahre kamen sie anstelle der Dampfmaschinen auch in Zugschiffen zum Einsatz. Von da an verdrängte der Dieselmotor immer mehr die Dampfmaschine.

Die FREUDENAU wurde als Zugschlepper vor allem auf der ungarischen und rumänischen Donau eingesetzt und überstand den Krieg ohne große Beschädigungen.

In Folge der Umstellung von der Zug- zur Schubschiffahrt wurde 1993 auch die FREUDENAU abgestellt. Zuletzt wurde sie als Hafenschlepper in Linz eingesetzt.

1995 wurde die FREUDENAU an das Donau-Schiffahrts-Museum Regensburg verkauft.

Die FREUDENAU ist auch heute noch voll fahrtüchtig und wird gelegentlich zu den FAHRTEN in Betrieb genommen.

FREUDENAU (2013)

Daten Freudenau
Indienststellung 30. Mai 1942
Hersteller Schiffswerft Linz AG
Länge 48,30 m
Breite 7,20 m
Tiefgang 1,5 m mit 40 t Treibstoffvorrat
Antrieb 2 vierflügelige Schrauben
Ø = 1,5 m
Motoren 2 Sechszylinder-Schiffsdiesel
1942–1966 Hersteller: MWM
2 x 410 PS bei 310 min−1
ab 1966 Hersteller: Deutz
2 x 550 PS
Besatzung 17 Mann
Reederei DDSG
Außerdienststellung 1993

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Museumsschiff FREUDENAU

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 stieg aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen der Bedarf an Schiffsraum und an Zugkraft auf der Donau. Das Reichsverkehrsministerium veranlaßte daher das "Donausofortprogramm". Durch die DDSG unter Mitwirkung der Schiffsbautechnischen Versuchsanstalt Wien wurden Schleppkähne und für die einzelnen Stromabschnitte spezifische Zugschifftypen entwickelt.

Für die mittlere und untere Donaustrecke war der sog. N-Schlepper vorgesehen. Insgesamt wurden mit der FREUDENAU 22 Einheiten dieses Schiffstyps gebaut. In Deggendorf 6, in Korneuburg 6, in Linz 10 und nach dem Krieg noch 2 weitere Schiffe dieses Typs.

Der Rumpf ist äußerst strömungsgünstig konstruiert und im Bereich des Vorstevens stark ausfallend und im Unterwasserbereich hochgezogen, da diese Schiffe auch als Eisbrecher geeignet sein sollten.

FREUDENAU (Baujahr 1941)

Die FREUDENAU auf der österreichischen Donau

Im Unterschied zum Museumsschiff RUTHOF, das wegen der Schaffung großer Ausstellungsräume verändert wurde, ist die FREUDENAU nahezu unverändert in dem Zustand erhalten, wie sie bis zum Ende ihrer Dienstzeit ausgesehen hat.

Oberdeck und Kommandobrücke: Hier sieht man Ausrüstungsteile wie Schleppwinde, Suchscheinwerfer, Radaranlage und das komplett eingerichtete Steuerhaus.

Hauptdeck: Hier findet man die Kanzlei des Schiffes, den Salon für die Offiziere, die modernisierte Küche und im Vorraum zum Salon eine kleine Dokumentation zur Schleppschifffahrt.

Unterdeck: Hier befinden sich die Hilfsaggregate und die beiden betriebsfähigen Dieselmotoren. Im vorderen Teil sind die Kabinen der Offiziere, des Kapitäns und des Maschinenbetriebsleiters eingebaut. Die Kabinen der Mannschaft befinden sich im hinteren Teil des Schiffes. Die Matrosen und der Schiffsjunge hatten ihre beengten Unterkünfte beim Kettenkasten im Bugraum. Ein Vergleich der Kabinen zeigt deutlich den Rangunterschied in der Hierarchie der Besatzung. Im Unterdeck befindet sich zudem eine kleine Ausstellung, die das Leben und Arbeiten an Bord eines Zugschiffes aufzeigt.

Museumsschiff FREUDENAU
Generalpan

Generalplan des Dieselschleppers FREUDENAU

FREUDENAU nach Werftbesuch wieder topfit

Bilanz der Reise

Pro Fahrtrichtung: 2 Schleusen auf der Donau, 16 Schleusen am Main-Donau-Kanal und 25 Schleusen am Main.
Fahrstrecke einfach: 36 km auf der Donau, 171 km auf dem Main-Donau-Kanal und 274 km auf dem Main.

Fahrten der FREUDENAU

Sa 07.10.2017
Saisonabschlussfahrt mit dem Museumsschiff FREUDENAU in Richtung Mariaort
(Dauer: 3 Stunden)

Terminänderungen vorbehalten


Sa 29.04.2017
Saisoneröffnungsfahrt mit dem Museumsschiff FREUDENAU
in Richtung Bach/Do. (Dauer: 3 Stunden)
Mo 05.06. bis
Fr 09.06.2017
Mitgliederfahrt den Main aufwärts mit der FREUDENAU
von Wertheim nach Bamberg (Gäste willkommen)

Charter der FREUDENAU

Übrigens, Sie können die FREUDENAU auch chartern !

Auf dem Schiff dürfen 50 Fahrgäste mitfahren.

Für die Vorbereitung des Schiffes zur Fahrt und die erste Stunde Fahrzeit werden 600 EUR berechnet.
Bei voller Belegung entspricht das einem Preis von 12 EUR/Person.
Jede weitere Stunde kostet zusätzlich nur 100 €.
Alle Preise einschließlich MwSt.

Herr Ehm kontakt@dsmr.de
Herr Suntrup wolfgang.suntrup@t-online.de

DONAU SCHIFFAHRTS MUSEUM
Besucherinformationen

Öffnungszeiten26. März bis Oktober
Mi. bis So. 10 bis 17 Uhr (letzter Einlaß 16:45 Uhr)
EintrittspreiseErwachsene3 €
Kombikarte mit BrückturmmuseumErwachsene4 €
Familie (mit eigenen Kindern)7 €
Kombikarte mit BrückturmmuseumFamilie8 €
Kinder (6-14 Jahre) + andere Ermäßigte2 €
Gruppe (ab 15 Personen)2 € / Pers.
Führungennur nach Vereinbarung30 € + Gruppenpreis
RegelführungSa + So 14:00 Uhr, ab 5 TeilnehmerEintritt + 2 € / Pers.
Anmeldung 0941 / 507 58 88 oder an der Kasse
kontakt@dsmr.de
Wöhrdstrasse
Thundorfer Straße
Dachauplatz
Unterer Wöhrd

DONAU SCHIFFAHRTS MUSEUM
Marc-Aurel-Ufer 1
93047 Regensburg

RVV Linien 1, 2A, 2B, 4, 6, 11 und 17, "Thundorfer Strasse"
Thundorfer Strasse, max. 2 Std, gebührenpflichtig
Wöhrdstrasse, max. 3 Std, gebührenpflichtig
Parkhaus Dachauplatz, gebührenpflichtig
Unterer Wöhrd, unbeschränkt, kostenlos

Lastkahn HELGA

Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt auf der Donau hatten die alteingesessenen Schiffmeisterfamilien und ihre Zünfte, bedingt durch die staatliche "Privilegierung" der ersten Dampfschifffahrtsunternehmen an der bayerischen (und österreichischen) Donau – anders als am Rhein und dem ebenfalls bayerischen Main – keine Möglichkeit, selbst (oder genossenschaftlich) ebenfalls Dampfschiffe zu besitzen und zu betreiben. Es hatte den bayerischen Schiffmeistern auch nicht geholfen, dass sie bereits seit den 1850er Jahren Treidelschiffe nicht mehr aus Holz, sondern schon aus Eisen bauen ließen. Da die großen Gesellschaften von ihren Dampfern zudem bald auch nur noch eigene Kähne schleppen ließen, führte dies zu einem völligen Niedergang des Schiffmeistergewerbes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Vielfach traten ehemalige Schiffmeister und ihre Nachfahren als angestellte Steuerleute und Kapitäne in den Dienst der neuen Dampfschifffahrtsgesellschaften. Ihre letzten eigenen Lastkähne gingen auf in den Flottenbeständen der großen Reedereien.

Im Raum Regensburg bot sich jedoch in jener Zeit eine neue Möglichkeit zum Überleben: Im Jahre 1846, mit der Fertigstellung des "Ludwig-Donau-Main-Kanal" war zusätzlich zur Donaufahrt ein neues Fahrtgebiet für die kleineren Schifffahrtsunternehmen entstanden. Dieser Kanal war bautechnisch nur für den Treidelbetrieb ausgelegt worden – maschinell angetriebene Schiffe sollten dort erst in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts zugelassen werden. Mancher Nachfahre der alten Schiffmeisterfamilien wurde vor diesem Hintergrund zum "Kleinschiffer", wie Privatreeder oder Partikuliere auf der bayerischen Donau auch genannt wurden. Eine ganze Anzahl dieser "neuen Schiffmeister" hatten ihren Heimathafen an der Donau in Kelheim.

Anleger HELGA. (2016)

Ruderstock der HELGA. (2016)

Auch die seit dem 16. Jahrhundert in Regensburger in Prüfening oder am Oberen Wöhrd ansässigen Familien Hofmeister sahen darin eine Chance. Die Hofmeister waren (und sind teils bis heute) als Fischer, Fährleute, Schopper und Schiffer seit Generationen der Donau verbunden. 1955 ließ Hans Hofmeister bei Hitzler in Regensburg den Lastkahn HELGA bauen, der zum letztgebauten nichtmotorisierten Frachtkahn der letzten Regensburger "Schiffmeister-Familie" werden sollte. Obwohl die HELGA Kanal-Maße hat, kam sie aber nie für die Fahrt auf dem "Ludwig-Donau-Main-Kanal" zum Einsatz, da dieser seit 1944 teilweise kriegszerstört war.

2004 konnte der Arbeitskreis Schifffahrtsmuseum Regensburg diesen letzten kanalgängigen Kahn vom damaligen Besitzer, der Wasserbaufirma Reinhold Meister in Deggendorf erwerben. Nach seiner Sanierung dient der Frachtkahn jetzt in Regensburg bei der Eisernen Brücke als Anlegerschiff für die FREUDENAU und andere Fahrgastschiffe.

Daten Lastkahn HELGA
Gebaut 1955 für den Kleinschiffer Hans Hofmeister, Regensburg, als Baunummer 206 auf der Hitzler-Werft, Regensburg.
Länge 31,90 m
Breite 4,40 m
Tiefgang 1,30 m
Tragfähigkeit 121 t

DONAU SCHIFFAHRTS MUSEUM
Rundgang mit Exponaten

Östlich der beiden Museumschiffe finden Sie entlang der Donau weitere Exponate, Relikte aus der jüngeren Zeit der Güterschiffahrt auf der Donau.

  • Der Handbetriebene Hafenkran aus Passau, Baujahr 1905, Hersteller Gebr. Noell, Würzburg. Ein Geschenk der Hafenverwaltung Regensburg.

    Donau-Südufer bei der Königlichen Villa.

  • Handbetriebener Hafenkran, Baujahr 1905.

  • Der Rest des Betontankschiffes B.T.1, das vollständig aus Beton (und Armierungseisen) hergestellt wurde. Wandstärke 6 cm; L 73,9 m; 776,3 t Tragfähigkeit; gebaut 1942 von Heilmann&Littman und Beton&Monierbau; 1985 abgebrochen. Eine Spende der Fa. Almer, Regensburg.

    Donau-Südufer bei der Königlichen Villa.

  • Rest des Betontankschiffes B.T.1

  • Der Dampfkessel des Elbe-Dampfers Sachsenwald, ehemals Ida-Erna, aus dem Jahr 1914.

    Donau-Südufer bei der Königlichen Villa.

  • Dampfkessel aus dem Jahr 1914

  • Die Hohe Kranbahn mit einem ehemals elektrisch betriebenen Kran aus dem Jahr 1912. Im Zuge des Neubaus der Nibelungen Brücke wurde Ende 2000 das verbliebene Reststück der Kranbahn mit zwei Krähnen (1912 bzw. 1938) östlich der Brücke demontiert. Die Bauteile und Kräne wurden zunächst eingelagert, dann im Auftrag der Stadt Regensburg renoviert und Ende 2009 auf den überholten Fundamenten der Kranbahn westlich der Brücke als technisches Denkmal wieder aufgebaut.

    Das Denkmal erinnert heute an die einst bedeutende Rolle der Verladeanlage an der Donaulände, die früher bis hinauf zur Eisernen Brücke als Hafengebiet zum Güterumschlag zwischen Schiff und Bahn genutzt wurde.

    Donau-Südufer bei der Nibelungen Brücke.

  • Teilstück der Hohen Kranbahn mit Kran aus dem Jahr 1912.

    Teilstück der Hohen Kranbahn.

  • Die Schiffsschraube des BL Motorgüterschiffes BAYERN, beschädigt am 13.12.1987 wegen Grundberührung bei dichtem Nebel. Ein Geschenk des Bayerischen Lloyd Regensburg.

    Donau-Nordufer bei Anleger WILLI, Werftstrasse.

  • Schiffsschraube des Motorgüterschiffes BAYERN, 1987.

Anleger HELGA
Anleger WILLI
Hafenkran
Denkmal
Wöhrdstrasse
Thundorfer Straße
Dachauplatz
Unterer Wöhrd
  • DONAU SCHIFFAHRTS MUSEUM Anleger HELGA, Marc-Aurel-Ufer. Anleger WILLI Schiffsschraube, Werftstrasse.

  • Handbetriebener Hafenkran, Dampfkessel, Rest des Betontankschiffes, am Donau-Südufer bei der Königlichen Villa. Denkmal Kranbahn der Stadt Regensburg, bei der Nibelungen Brücke.

Donaulände und Unterer Wöhrd um 1958

Quelle: Stadt Regensburg, Bilddokumentation, Zukauf von Luftbildverlag Bertram. Vielen Dank für die freundliche Genehmigung.

Das Luftbild von Regensburg (um 1958) mit Blick von Osten auf den Unteren Wöhrd lässt die einst bedeutende Rolle der Donaulände am Südufer der Donau als Umschlagplatz zwischen Schiff und Bahn gut erkennen. Die hohe Kranbahn längs dem Kai und die vielen Gleisanlagen entlang der Donaulände sind noch vorhanden. Auch der Winterhafen am Unteren Wöhrd kann noch von der Schifffahrt genutzt werden. Jetzt als Parkplatz beim ehemaligen Eisstadion.

Die Donaulände wurde damals, wie schon viele Jahre vorher, bis zur Eisernen Brücke von der DDSG als Hafengebiet genutzt. Die hohe Kranbahn mit den fünf Kränen reichte von unterhalb der Königlichen Villa bis etwa zum damaligen Neubau der DDSG Agentie. Die Gleise der Bahn führten an der Kranbahn vorbei bis an die Eiserne Brücke.

Abgestellt wurden die Schiffe der DDSG oft gegenüber am Unteren Wöhrd an der Werftstraße. Die Schiffe haben direkt an der Kaimauer festgemacht. Bei dem Radschlepper ganz oben an der Werftstraße vermisst man die typischen hohen Kamine. Grund: Der Remorkör wird schon von einem Dieselmotor angetrieben. Etwa dort wo das Radmotorzugschiff liegt, lag später von 1980 bis 2004 unser Museumsschiff RUTHOF.

Bereits um 1900 war die Kapazität der Donaulände im Güterumschlag erschöpft. Auch ließ die städtebauliche Entwicklung der Stadt eine weitere Vergrößerung des 1910 eröffneten Luitpoldhafens, jetzt Westhafen genannt, nicht mehr zu. In zwei Bauabschnitten, 1960/61 und 1970-72, wurde daher flussabwärts der Osthafen gebaut.

An die einst bedeutende Rolle der Verladeanlage beim Güterumschlag erinnert heute ein von der Stadt als Denkmal rekonstruiertes Teilstück der Kranbahn bei der Nibelungen Brücke. Darauf ein ehemals elektrisch betriebener Kran aus dem Jahr 1912. Das eingerüstete Gebäude im Bild links unten ist der spätere Neubau der DDSG Agentie, der dann ab 1958 genutzt wurde.

Die Donaulände oberhalb der Nibelungen Brücke wird auch heute noch intensiv genutzt. Es gibt am Donau-Südufer einen Anleger in Form eines Pontons für Ausflugsschiffe sowie 6 Anlegestellen für Kabinenschiffe, davon 3 Anlegestellen an der Kaimauer bzw. 3 Anlegestellen in zweiter Reihe. Derzeit lockt Regensburg als Weltkulturerbestadt rund 1.200 Kabinenschiffe im Jahr an. (Quelle: LSR Regensburg)

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